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Der Krautinger ist ein Rübenschnaps, der in der Wildschönau aus der Stoppelrübe (Brassica rapa ssp. rapa) erzeugt wird. Die Stoppelrübe trägt auch die Bezeichnung Wasserrübe oder Herbstrübe und wird in der Mundart Soachruam oder nur Ruam genannt. Etwa 50 landwirtschaftliche Betriebe besitzen seit rund 250 Jahren das Krautinger Brennrecht.
16 Krautingerproduzenten haben sich 1994 zur ARGE Wildschönauer Krautinger zusammengeschlossen und verpflichtet, ausschließlich in der Region angebaute Stoppelrüben aus bäuerlicher Vermehrung für die Herstellung des Destillats zu verwenden und die Qualität des Krautingers durch sorgfältige Verarbeitung zu heben.

Die Stoppelrübe wird zweimal im Jahr angebaut: Anfang Mai und Ende Juli. Das Saatgut für den Anbau stammt aus eigener Vermehrung. Dazu werden die Rüben der Herbsternte eingelagert, im folgenden Frühjahr wieder ausgepflanzt und zur Blüte und Samenreife gebracht. Alle 16 Betriebe der ARGE Wildschönauer Krautinger vermehren eigene “Hofsorten” der Stoppelrübe. Saatgut wird in der Regel nicht untereinander getauscht. 
Die Stoppelrüben der Wildschönau sind durchwegs flach (tellerförmig). Die flache Form erleichtert die händische Ernte. Der Blattansatz darf nicht eingesenkt sonder sollte leicht erhaben sein, denn so kann das Kraut leichter händisch abgeschnitten werden. Die Farbe variiert von Hof zu Hof. Manche Höfe selektieren auf weiße, andere Produzenten bevorzugen weiß – violette Rüben, auch eine Grünfärbung kommt vor.
Eine hoher Zuckergehalt im Rübensaft und damit eine höhere Alkoholausbeute beim Brennen ist zunehmend ein wichtiges Selektionskriterium.

Die Rüben werden händisch geerntet und das Kraut wird von Hand abgeschnitten. Die Aussaat erfolgt per Hand oder mit Sämaschinen.

Moderne Zuchtsorten werden auch für die Krautingerproduktion in der Wildschönau angebaut. Außerdem werden Stoppelrüben aus anderen Teilen Tirols in die Wildschönau gebracht und hier destilliert. Die Produzenten der ARGE Wildschönauer Krautinger verarbeiten keine Zuchtsorten und keine zugekauften Rüben.

Die Erhaltung der typischen und geeigneten Wildschönauer Rübenlandsorten stellt die Bauern und Bäuerinnen der ARGE Wildschönauer Krautinger vor eine große Herausforderung und die Verfügbarkeit von Saatgut ist nicht immer gesichert.

Verarbeitung der Rüben
Nach der Ernte werden die Rüben sauber gewaschen und mit einer Obstmühle (Retschmühle) zu Brei zerkleinert und abgepresst. Der Rübensaft wird über Buchenholz auf 95/96°C erhitzt und auf ein Drittel seiner ursprünglichen Menge eingedickt. Der Rübensaft muss soweit konzentriert werden, dass der Zuckergahlt ein gewisses Niveau erreicht. Im Anschluss wir zugekaufte Bäckerhefe (“Germ”) zugesetzt und die eingedickte Maische wird über 48 Stunden vergoren und schließlich gebrannt (destilliert).

Die meisten Produzenten arbeiten ohne technische Hilfsmittel, die eine geführte Gärung ermöglichen. Wenige Produzenten sind bestrebt, den Herstellungsprozeß durch den Einsatz von Stahltanks und Kühlanlagen zu standardisieren (geführte Gärung). Auch beim Einkochen des Rübensafts werden neurdings Verfahren angewandt, die das Anbrennen verhindern (Erwärmung über Wasserdampf) und eine genaue Messung des Zuckergehalts im Sud ermöglich.

Der Krautinger zeichnet sich durch seinen sehr eigenwilligen Geschmack aus, der intensiv an Gemüse (Kohl) erinnert. Der Brand soll mild sein. Die Qualität vom Krautinger hängt von der Jahreswitterung, der Rübensorte und dem Brennverfahren ab. Besondere Bedeutung wird dem Eindicken zugesprochen. Das Anbrennen im Kessel beinflußt den Geschmack.

Historische Region der Produktion
Im 18. Jh. verlieh Kaiserin Maria Theresia (1740-1780) Bauern der Region Wildschönau das Monopol zum Brennen von Schnaps („Krautinger“) aus Stoppelrüben. Die Wildschönau ist ein 24 Kilometer langes Hochtal, südlich des Unterinntals.

 
Kontakt:
ARGE Wildschönauer Krautinger (Obmann Hans Gwiggner) und Verein Wildschönauer Krautingerrübe
Tourismusverband Wildschönau
Hauserweg, Oberau 337
6311 Wildschönau
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