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Das Kriecherl zählt zu den Primitivpflaumen. „Primitiv“ deshalb, weil diese Pflaumen im Unterschied zum Kulturobst zahlreiche Eigenschaften besitzen, die an Wildobst erinnern, und weil Kriecherl häufig im sogenannten Halbkulturbereich (Böschungen, Hecken, Waldrand) wachsen und sich dort selbst vermehren.

Die Nutzungsgeschichte reicht bis  in die Jungsteinzeit (belegt anhand von Steinfunden). Das Kriecherl ist wahrscheinlich die älteste im Grenzraum von Niederösterreich und Südmähren entstandene Kulturpflanze.

Der Begriff Kriecherl ist in Österreich relativ gut verankert. Er wird jedoch heute fälschlich für eine andere, eingeschleppte Pflaumenart, die Kirschpflaume (Prunus cerasifera), verwendet. Die Verwechslung rührt daher, dass das Kriecherl in seinem Vorkommen stark rückläufig ist und die äußerlich ähnliche Kirschpflaume stark zunimmt. Die neue Pflaumenart wurde einfach mit einer alten Bezeichnung belegt. Diese Verwechslung trägt zum Verschwinden des echten Kriecherls bei. Selbst in Baumschulen werden „falsche“ Kriecherl angeboten.

Kriecherl sind in Österreich selten, nur im zentralen Waldviertel gibt es sie noch in größerer Dichte.
Veränderte Essgewohnheiten, kulinarische Modeströmungen und vor allem die aufwändige Ernte und geringe Lagerfähigkeit haben dieser einst weit verbreiteten Obstart stark zugesetzt. 

Von den zwanzig oder dreißig vorkommenden Formen dominiert im Waldviertel eine grüngelbe, stark bereifte und kugelige Form von ausgezeichnetem aromatischen Geschmack. Genau diese grüngelbe Form ist einzigartig!

Bei genauerem Hinsehen kann man zwischen den einzelnen Herkünften deutliche Unterschiede in Größe, Form oder Fruchtzeitpunkt erkennen. Im Gegensatz zu anderen Obstarten, wo eindeutig benannte Sorten mit klar umrissenen Eigenschaften existieren, ist die Sippschaft der Kriecherl viel bunter. Das Waldviertler Kriecherl ist daher keine einheitliche Sorte, sondern ein reicher Formenschwarm, der den Reichtum des Kulturpflanzenerbes repräsentiert.

Unter den Obstbäumen zählen die Kleinpflaumen zu den kleinwüchsigen und kurzlebigen Baumarten. Kriecherlbäume sind oft schon mit 50  Jahren vergreiste Altbäume. Zwar sterben sie nicht plötzlich ab,  sondern entwickeln bei zurückgehender Vitalität Jungtriebe aus dem Wurzelsystem. Dieses
Phänomen wird „Wurzelbrut“ genannt und wenn nicht rechtzeitig dagegen vorgegangen wird,
entwickeln sich dichte, vieltriebige Kriecherlgebüsche., die kaum noch beerntet werden können.

Das Kriecherl ist eine Wildobstart und braucht demnach zur Vermehrung nicht veredelt zu werden. Es genügt einen Kern anzubauen. Dieser ist genetisch zu mehr als 95% stabil, das bedeutet der Jungbaum hat bis auf kleine Abweichungen dieselben Eigenschaften. Oder man gräbt eine Wurzelbrut aus. Diese ist zu 100% genetisch ident mit dem Mutterbaum.

Kriecherl werden vom Boden aufgelesen. Da sie in den letzten Tagen vor dem Fruchtfall erst richtig reif werden und ihren endgültigen Geschmack entwickeln werden sie nicht geschüttelt, sondern müssen nahezu täglich aufgelesen werden. Kriecherl können auch nicht vorzeitig gepflückt werden, da sie nicht nachreifen, sie würden einfach faulen. Die Lagerfähigkeit ist stark begrenzt.
 
Die Frucht ist nicht steinlösend, durch einen hohen Fruchtsäuregehalt und einem nicht allzu hohem
Zuckergehalt (ca. 12-14 KMW) von aromatischem,  erfrischendem Geschmack.

Traditionell werden aus Kriecherl vor allem Saft, Marmelade und Schnaps hergestellt

Historische Region der Produktion
Waldviertel

 
Kontakt:
Verein Waldviertler Hochland Kriecherl
Rappottenstein 12
3911 Rappottenstein
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